Unabhängig davon, ob das Thema Unternehmensgründung ganz neu für Sie ist oder Sie Ihr Kleinunternehmen bereits seit Jahren führen, ist es ratsam, sich mit den fünf Zyklen des Wandels vertraut zu machen: Diese Zyklen gelten sowohl für kleine Einzelhandelsgeschäfte als auch für Online-Unternehmen, da jede Unternehmensart mehrere oder alle dieser Phasen durchlaufen kann.
Gründung
Bevor Sie ein Unternehmen gründen, müssen Sie sich ein realistisches Bild davon machen, wie viel Geld Sie für dessen Inbetriebnahme benötigen werden. Zu den Gründungskosten können Lagerbestand, Büroräume, Ausstattung, voraussichtliche Steuer- sowie die Gehaltskosten der Mitarbeiter:innen gehören. Die Leidenschaft allein für etwas – ein Restaurant, ein Schönheitssalon, eine technische Dienstleistung oder eine Baufirma – reicht für die Erfolgsgarantie nicht aus. Die Dauer einer Unternehmensgründung hängt häufig von der Geschäftsart wie auch vom Standort ab. Wenn das Unternehmen aus nur einer Person besteht und keine Kredite erforderlich sind, kann es sich lediglich um ein oder zwei Monate Vorbereitung handeln, bis Sie loslegen können. Wenn es jedoch um ein größeres Unternehmen mit Mitarbeiter:innen geht und eine Startfinanzierung erforderlich ist, kann es bis zu einem Jahr dauern, bis das Unternehmen in Gang kommt.
Während der ersten Phase ist es wichtig, den Markt und das Wettbewerbsumfeld genau zu untersuchen, einen Businessplan aufzustellen und die Finanzierung zu sichern.
Erstmalige Unternehmensinhaber:innen müssen die wesentlichen Schritte verstehen, die es bei einer Unternehmensgründung zu befolgen gilt.
- Untersuchen Sie den Markt und das Wettbewerbsumfeld. Finden Sie heraus, wer Ihre größten Konkurrent:innen sein werden und wie Ihre Idealkundschaft aussieht. Sie können dabei wie folgt vorgehen: Führen Sie telefonische oder persönliche Interviews, Online-Umfragen oder Gruppengespräche mit potenzieller Kundschaft durch, um Feedback einzuholen. Bereiten Sie hierfür Fragen vor, beispielsweise: Warum wird ein bestimmtes Produkt oder eine bestimmte Dienstleistung gekauft; was wird an den Produkten der Konkurrenz besonders geschätzt oder abgelehnt; welcher Preis wäre für das eigene Produkt bzw. die eigene Dienstleistung annehmbar?
- Legen Sie fest, was Sie verkaufen werden. Unabhängig davon, ob Sie ein Produkt, eine Dienstleistung oder beides anbieten möchten, präzisieren Sie, was Sie verkaufen und wie sich Ihr Angebot von den Angeboten Ihrer Mitbewerber:innen unterscheidet. Selbst wenn Sie identische Produkte oder Dienstleistungen verkaufen, können Sie sich durchaus von anderen abheben, und zwar durch Ihren Standort, einen besseren Kundenservice oder durch das ultimative Kauferlebnis.
- Erstellen Sie einen Businessplan. Ein Businessplan ist ein Fahrplan für die Zukunft Ihres Unternehmens und zeigt oft die Ziele für das erste, dritte und fünfte Geschäftsjahr auf. Wenn Sie externe Investoren benötigen, die Ihnen Geld leihen, damit Sie loslegen können, müssen diese Ihren Businessplan und die Jahresabschlüsse vor der Investition überprüfen.
- Legen Sie finanzielle Ziele fest. Stellen Sie ganz konkret fest, wie viel Geld Sie investieren, leihen und ausgeben müssen, und auch, wie viel Sie in Ihrem ersten Geschäftsjahr ungefähr verdienen können. Einige Unternehmen sind in den ersten Jahren nicht rentabel, während sie noch damit beschäftigt sind, ihren Ruf und Kundenstamm aufzubauen. Für diese Zeit benötigen Sie einen Plan zur Deckung Ihrer Ausgaben.
- Ziehen Sie eine Kooperation in Erwägung. Wenn Sie nicht über die Finanzmittel oder die Fachkenntnis verfügen, die es zur Unternehmensgründung braucht, ziehen Sie eine Kooperation mit jemandem in Betracht, der/die über ergänzende Fähigkeiten oder Geld verfügt, mit dem investiert werden kann. Im Laufe der Zeit könnte sich daraus eine potenzielle Kooperation entwickeln und Ihre Gründungskosten können durch zusätzliche Finanzierung durch Kooperationspartnerschaften ausgeglichen werden. Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass Sie von Unternehmensinhaber:innen eingestellt werden, die ihr Unternehmen künftig verkaufen möchten und Ihnen die Möglichkeit bieten, es in einem stufenweisen Kaufprozess zu erwerben. Statt Bargeld für einen Direktverkauf bereithalten zu müssen, bieten Ihnen die Inhaber:innen möglicherweise eine Unternehmensbeteiligung an, sofern Sie einige Arbeitsjahre als Mitarbeiter:in investieren. Dies könnte ein gutes Lösungskonzept für eine:n Inhaber:in sein, der/die schon länger tätig ist, nun einen Übergang wünscht und die Zukunft seiner/ihrer Mitarbeiter:innen sowie die eigene Rente sichern möchte.
- Sichern Sie die Finanzierung Ihres Unternehmens. Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie Sie Geld aufbringen können, um Ihr Unternehmen zu gründen – von Kleinunternehmerkrediten bis hin zu Crowdfunding-Kampagnen.
- Bauen Sie Ihr Unternehmen auf. Machen Sie Ihr Geschäftsvorhaben offiziell, indem Sie einen Firmennamen wählen und eine Wirtschaftseinheit gründen. Danach müssen Sie Ihr Unternehmen registrieren, Steueridentifikationsnummer, Genehmigungen oder Lizenzen einholen und vielleicht auch Handelsmarken, Urheberrechte oder Patente anmelden. Sie können auch ein Bankkonto einrichten, um die Unternehmensfinanzen zu managen.
- Rekrutieren Sie Personal. Wenn Sie Mitarbeiter:innen einstellen, sollten Sie darauf achten, dass Sie die regionalen und nationalen Arbeitsgesetze befolgen und sich über Mitarbeiter:innenführung informieren. Die Internetseite des Arbeitsministeriums stellt in der Regel eine gute Informationsquelle dar, um mehr über das Arbeitsrecht zu erfahren.
- Bauen Sie Ihren Kundenstamm auf. Sobald Ihr Unternehmen in Betrieb ist, sollten Sie sich auf den Aufbau Ihres Kundenstamms konzentrieren. Dies können Sie erreichen, indem Sie einen hervorragenden Kundenservice, besondere Aktionen und Anreize für neue Kund:innen anbieten. Auch eine Marketingkampagne kann hilfreich sein, selbst wenn sie simpel gestaltet ist, wie etwa das Verteilen ausgedruckter Gutscheine oder das Anbieten von lukrativen „2-zum-Preis-von-1“-Aktionen.
- Vermarkten Sie Ihr Produkt oder Ihre Dienstleistung. Ebenso wichtig ist es, das neue Unternehmen zu fördern und das Bewusstsein für das Unternehmen zu stärken. Die Erstellung einer Internetseite und/oder Social-Media-Konten sowie das Betreiben von Marketing bei Community- oder Branchenveranstaltungen eignen sich hierzu gut. Wenn Sie über das entsprechende Budget verfügen, sollten Sie eine Werbekampagne starten. Das geht entweder online, in der lokalen Presse oder wo auch immer Sie glauben, dass Ihre Idealkund:innen diese Anzeigen sehen werden.
- Überwachen Sie den Cashflow. Zur Unternehmensführung gehört auch, stets ein Auge auf ein- und ausgehendes Bargeld zu haben (d. h. auf den Cashflow). Häufig können Inhaber:innen durch unerwartete Betriebsausgaben in eine Liquiditätskrise geraten, die sich auf ihre Zahlungsfähigkeit an Lieferant:innen und Mitarbeiter:innen auswirken kann.